Städtenetzwerk „Terra plisnensis“ - Thüringer und Sachsen rücken enger zusammen -
Die gegenseitigen Verflechtungen zwischen den Städten Thüringens
und Sachsens werden über die Landesgrenzen hinweg immer enger und vielfältiger.
Bürgerinnen und Bürger nehmen die Grenze kaum mehr wahr und die wirtschaftlich Verantwortlichen
denken angesichts des Wettbewerbs und der Erweiterung der Europäischen Union in wesentlich größeren Räumen.
Kurzum: Die Kleinstaaterei ist nicht mehr zeitgemäß.
Dies ist für die Oberbürgermeister und Bürgermeister der Städte Gößnitz,
Meerane, Schmölln, Werdau und Crimmitschau Anlass genug, aktiv zu werden.
Ihr Ziel: Die Kooperationen und die Zusammenarbeit voranzubringen.
Die Stadtoberhäupter Wolfgang Scholz, Prof. Dr. Lothar Ungerer, Herbert Köhler,
Volkmar Dittrich und Holm Günther verstehen sich als eine Gemeinschaft, die diese Verantwortung übernimmt.
Sie wissen, dass sich das Leben in ihren Städten immer mehr in ständig wachsenden Umkreisen entfaltet.
Dazu kommt die Lösung gemeinsamer Aufgaben der Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger in den
Bereichen Wasser- und Abwasserversorgung, Öffentlicher Personennahverkehr oder der verkehrlichen Infrastruktur.
Eine gemeinsame historische Wurzel ist das Pleißner Land, die „Terra plisnensis“,
das sich zusammensetzte aus den Landschaften um Altenburg, Werdau, Crimmitschau,
Zwickau und Chemnitz, wahrscheinlich auch Schmölln, Ronneburg, Lobstädt und Waldenburg.
Die „Terra plisnensis“ griff somit weit über das Flussgebiet der Pleiße hinaus.
Dieser größere Blick ist nun für die Städte Programm. In Gößnitz wurde zu Jahresbeginn
ein Zusammenwirken auf den Feldern der Entwicklung der Wirtschaft und Infrastruktur,
der Kultur und des Tourismus vereinbart.
An zwei konkreten Projekten arbeiten die Verwaltungen der Städte bereits.
Erstens: An einem sich verzahnenden, länderübergreifenden Radwegenetz.
Zweitens sollen unter dem oben abgebildeten gemeinsamen Logo „Terra plisnensis“ künftig
in den jeweiligen Amtsblättern in regelmäßigen Abständen Informationen aus den beteiligten
Städten angeboten werden. Vereinbart und bereits praktiziert wird ein regelmäßiges
Arbeitstreffen der Oberbürgermeister und Bürgermeister. In Vorbereitung ist die Entwicklung
einer Kommunalen Arbeitsgemeinschaft, deren Grundlage in einem Staatsvertrag beider Freistaaten
aus dem Jahre 1997 geregelt ist.
Für die Stadtväter steht fest, so das Fazit
bei ihrer jüngsten Sitzung in Crimmitschau: Das oberste Ziel allen öffentlichen Handelns
ist eine Politik für die Menschen in der Region. Deren Qualität lässt sich einfach daran messen,
ob die Lebensbedingungen zu einer weiteren positiven Entwicklung führen.
OB Volkmar Dittrich, OB Holm Günther, BM Prof. Dr. Lothar Ungerer, BM Herbert Köhler, BM Wolfgang Scholz ( v. l.)
bei ihrer Zusammenkunft in Gößnitz, im März 2004