"Städteverbund" Zwickau - Bekenntnis zu gemeinsamer Zukunft - Erklärung vorerst von vier Stadtoberhäuptern unterzeichnet -
Unter der Überschrift „Eine Region wächst zusammen zur
STÄDTEREGION Zwickau“, erläuterten die Oberbürgermeister und Bürgermeister der künftigen Städteregion Zwickau, Volkmar Dittrich,
Dietmar Vettermann, Prof. Dr. Lothar Ungerer, Karl-Otto Stetter und Holm Günther, im Rahmen des 3. Westsächsischen Handelstages
am 27. Oktober 2004 im BIC Zwickau, Perspektiven und Handlungsansätze hinsichtlich ihrer gemeinsamen Erklärung zur Entwicklung
der so genannten STÄDTEREGION Zwickau.
Die anschließende Unterzeichnung des Papiers nahmen vorerst nur die Stadtoberhäupter
von Zwickau, Werdau, Meerane und Crimmitschau vor. Der Glauchauer Oberbürgermeister Karl-Otto Stetter bedauerte, zu diesem Zeitpunkt
von einer Unterzeichnung der gemeinsamen Willenserklärung absehen zu müssen, da die Meinungsbildung des Glauchauer Stadtrates bis
dahin noch nicht vollständig abgeschlossen war. Stetter betonte jedoch, dass aus der Sicht der Stadt Glauchau eine entsprechende
Zusammenarbeit ausdrücklich befürwortet werde, soweit diese die Eigenständigkeit der Stadt und des Landkreises Chemnitzer Land nicht
gefährde.
Die Beteiligten sind sich darin einig, dass nur in gemeinsamer Verantwortung strukturelle Defizite abgebaut,
regionale Eigenkräfte mobilisiert, innovative Potentiale gebündelt und vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine optimale
Nutzung der Infrastruktur- einrichtungen gewährleistet werden kann. So bekannten sich die genannten Gebietskörper- schaften, in
Fortführung des seit Jahren gemeinsam praktizierten Regionalmarketings, bereits im September 2003 zur „STÄDTEREGION Zwickau“.
Die Partner sind sich darin einig, dass die Autonomie und Identität der einzelnen Städte unberührt bleiben soll, dass aber andererseits
die gegenwärtigen Strukturen in Sachsen keinesfalls dauerhaften Bestand haben werden. So bringt Oberbürgermeister Dietmar Vettermann
das Plus der STÄDTEREGION wie folgt auf den Punkt: „Es ist immer besser, wenn etwas von unten wächst, als wenn es von oben aufgesetzt
wird". Prof. Lothar Ungerer ermutigt u. a. dazu, die mit der demografischen Entwicklung gestellten Herausforderungen anzunehmen, und
zwar unter dem Motto „Flucht nach vorn – Perspektive Hoffnung“. Auch Werdaus Oberbürgermeister Volkmar Dittrich unterstreicht die
starke Bedeutung dieses Entwicklungsraumes, der bereits Mitte des 19. Jahrhunderts als industrieller Schwerpunkt galt. Worauf es nun
aus seiner Sicht ankommt, ist die Analyse der Stärken und Schwächen der einzelnen Kommunen. Holm Günther fasst es so zusammen: „Es ist
das Gebot der Stunde: Wenn wir attraktiv sein wollen, müssen wir zusammen arbeiten. Deshalb brauchen wir eine starke Region, die
schlagkräftig nach außen ist und sich entsprechend bemerkbar machen kann, beispielsweise im Rahmen der Regionalplanung.“
Foto: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Lothar Ungerer, BM Meerane, Thorsten Spranger, LGF der IHK, RK Zwickau (Moderation),
Holm Günther, OB Crimmitschau, Dietmar Vettermann, OB Zwickau, Volkmar Dittrich, OB Werdau und Karl-Otto Stetter,
OB Glauchau, präsentieren die STÄDTEREGION Zwickau vor den Teilnehmern des 3. Westsächsischen Handelstages am 27.10.2004
im BIC Zwickau.
Die gemeinsam unterzeichnete Erklärung enthält folgende drei
Schwerpunkte für die weitere Entwicklung der STÄDTEREGION:
Förderung des Zusammenhalts, der Identität und der Zusammenarbeit
von Bürgern, Institutionen, Wirtschaft und Vereinen, d. h. unter anderem, dass verschiedenste unterschiedlich strukturierte Bereiche aus
Wirtschaft, Bildung, Kultur, Sport und Wissenschaft zugunsten der Bürger zusammengeführt und gemeinsam weiterentwickelt werden sollen.
Als Voraussetzung für das Zusammenwachsen der STÄDTEREGION wird die aktive Einbeziehung ihrer Menschen angesehen.
Partner der
Wirtschaft und der Wirtschaftsverbände, eingebunden in die Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau – Im gültigen Landesentwicklungsplan Sachsen
wird der kreisfreien Stadt Zwickau und den beteiligten kreisangehörigen Städten die Entwicklung eines gemeinsamen Kooperationsraumes
zugestanden. Im einem ersten Schritt soll diese Kooperation vertraglich ausgestaltet werden, wobei davon ausgegangen wird, weitere Städte
und Gemeinden einzubinden. Die STÄDTEREGION wird ebenso als Positionierung im Rahmen der begonnenen Debatte um eine Reform der Kreise und
Stadtkreise in Sachsen angesehen. Sie gilt als Signal für die Unteilbarkeit des entsprechenden starken Wirtschaftsraumes, im Zusammenspiel
mit den angrenzenden Wirtschaftsregionen.
Gleichberechtigte Zusammenarbeit nach innen und Partner der Region. Bewährt sich die
geplante engere Zusammenarbeit der benannten Städte, können sich diese langfristig, mit dem Ziel einer institutionalisierten Kooperation,
aneinander binden. Ebenso haben weitere benachbarte Kommunen die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der STÄDTEREGION bis hin zu einem
direkten Beitritt.
Daraus ergeben sich wiederum vier vorrangige Aufgaben:
Erarbeitung eines Modells zur Realisierung erforderlicher Arbeitsstrukturen zur Zusammenarbeit der STÄDTEREGION.
Entwicklung von Modellen der institutionellen Kooperation zur Vorbereitung des Entscheidungsprozesses.
Abstimmungsgespräche mit den Verantwortlichen der Regionalplanung und der Staatsregierung zur Entwicklung der STÄDTEREGION.
Formulierung und Abstimmung des Vertragswerkes zur STÄDTEREGION.