Neue Räume in historischem Haus
- „Kinder- und Jugendtreff“ des CVJM nach Umbau offiziell eingeweiht – Rund 80 TEUR investiert -
In einer Rekordbauzeit von nur drei Monaten, von Oktober bis Ende
Dezember 2006, gelang es den beteiligten Handwerksfirmen und zahlreichen Helfern, in Regie des Crimmitschauer CVJM
(Christlicher Verein junger Menschen e. V.) und mit Unterstützung der Westsächsischen Gesellschaft für Stadterneuerung, den Aus- und Umbau
der Räumlichkeiten des Kinder- und Jugendtreffs des CVJM in der Beyerstraße 9 zu realisieren.
Zielstellung war es, die vorher recht beengten Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Gebäudes durch Einbeziehung der frei gewordenen
Nachbarwohnung von 80 auf rund 160 Quadratmeter Fläche zu erweitern. Die umgestalteten, sanierten Räume bieten nun viel mehr Platz,
sind hell und farbenfroh renoviert und präsentieren sich modern und zweckmäßig ausgestattet, bis hin zum PC. Dazu gehörte auch die
Erneuerung der Sanitäranlagen, die nun teilweise behindertengerecht ausgestattet sind. Lediglich die im Hofbereich geplanten Außenarbeiten
einschließlich Wiedernutzbarmachung der vorhandenen Terrasse werden im kommenden Frühjahr ergänzt. Alles in allem eine anspruchsvolle
Maßnahme mit einem Gesamtumfang von rund 80 Tausend Euro, die dank der Förderung aus dem EFRE-Programm „Südstadt/Unter den Weiden“ mit knapp
44 Tausend Euro, einem städtischen Eigenanteil von ca.14,6 Tausend Euro und dem vom Ev.-Lutherischen Kirchgemeindeverband als Gebäudeeigentümer
beigesteuerten Kostenanteil von rund 13.500 Euro möglich war. Nicht zu vergessen: Die vielen Stunden der ehrenamtlichen Helfer mit einem
Wertumfang von rund 10 Tausend Euro.
Pünktlich zum 12-jährigen Jubiläum des Treffs erfolgte die Übergabe des neuen Domizils. Man könne der offenen Kinder- und Jugendarbeit des
CVJM nun noch besser gerecht werden, betonte Andreas Wilde, der langjährige Vereinsvorsitzende, in seiner Ansprache anlässlich der Wieder-
Einweihungs- und Dankesstunde Ende Januar. Dies konnten die zahlreich erschienenen Gäste, Vertreter der beteiligten Unternehmen und Helfer,
Vertreter der Kirchgemeinde und der Verwaltung nur bestätigen. „Ein lang gehegter Traum des CVJM ist in Erfüllung gegangen“, betonte der
Vorsitzende angesichts des erfolgreichen, recht intensiven und doch unfallfreien Bauverlaufes voller Dankbarkeit, und nannte es ein
Wunder Gottes, dass der Umbau mittels einer Förderung möglich war. Mit Glück- und Segenswünschen schlossen sich auch Jens Buschbeck, der
Jugendpfarrer des Ev.-Luth. Kirchenbezirkes Zwickau, sowie der Generalsekretär des CVJM-Landesverbandes Sachsen e. V. Johannes Neudeck an.
„Es ist sehr schön, dass sich hier in diesem Haus wieder Menschen
um Kinder kümmern, offene Kinder- und Jugendarbeit pflegen und diese wunderbaren Räume mit Leben erfüllen“, betonte Oberbürgermeister
Holm Günther in seinem Grußwort (Foto) und wünschte gutes Gelingen für die weitere Arbeit.
Auf die besondere Geschichte des Hauses Beyerstraße 9 und seine wechselvolle Entwicklung, von der Kleinkinderschule zum Kindertreff,
verwies der ehrenamtliche Geschäftsführer des Crimmitschauer CVJM Ralf Gotter. Als ehemals einstöckiger Bau mit Vorgarten wurde die
Kleinkinderschule 1884 errichtet und geweiht. Das jetzige Gebäude entstand als Neu- und Erweiterungsbau mit einer neuen Kleinkinderschule für
rund 80 Kinder im Jahr 1901. 1941 kam es zur zwangsweisen Übernahme der Schule durch die NS-Volkswohlfahrt, die diese als Kindertagesstätte
weiterführte. Das 1945 gestellte Ersuchen um Wiedereröffnung als kirchliche Kleinkinderschule wurde abgelehnt, stattdessen übernahm die Stadt
die Regie über den Kindergarten. 1948 ging das Gebäude ins Eigentum des Crimmitschauer Ev.-Luth. Kirchgemeindeverbandes über, 1960 schloss
der Kindergarten hier seine Pforten und zog in ein anderes Objekt in der Annenstraße um. Viele Jahre diente das Haus Beyerstraße 9
ausschließlich dem Wohnen. So hatte hier der inzwischen verstorbene katholische Pfarrer Joachim Wenzel sein Zuhause, und zwar sogar einige
Jahre in direkter Nachbarschaft zum Kinder- und Jugendtreff des CVJM, der hier im Januar 1995 seine Arbeit aufnahm. Ralf Gotter brachte
seine Freude darüber zum Ausdruck, dass der Wunsch des Pfarrers, dass seine Wohnung nach seinem Tode mit vom CVJM genutzt würde,
nun in Erfüllung gegangen sei.
Die Räume sollen nun für alle Kinder offen sein, zum Spielen und Lernen, Reden und Zuhören. Dabei ist ein Hauptaugenmerk der Betreuer
darauf gerichtet, den Mädchen und Jungen christliche Werte zu vermitteln. Neben sinnvollen Freizeitangeboten steht montags bis freitags
ab 13 Uhr Hausaufgabenhilfe auf dem Programm.